Regionalverband im Cartellverband (CV)

Geschichte der CV-Zirkel im Gauverband

Historischer Abriss

Geschichte der CV-Zirkel im Gauverband

Ortszirkel

Die CV-Zirkel sind die örtlichen Zusammenschlüsse der Cartellbrüder — insbesondere der Alten Herren — dort, wo es keine eigene Verbindung gibt. Sie halten den Zusammenhalt des Cartellverbands ins Berufs- und Alltagsleben über die Studienzeit hinaus lebendig. Der Gauverband Bodensee-Oberschwaben umfasst mehrere Zirkel zwischen Bodensee, Oberschwaben und Donautal. Der folgende Abriss folgt der Reihung der Zirkel im Gauverband.

Ravensburg: der älteste Zirkel des Gauverbands

Ravensburg. 1892 wurde in der oberschwäbischen Metropole ein CV-Zirkel gegründet, der anfangs zwölf Mitglieder zählte. Überwiegend waren es damals Angehörige der AV Guestfalia aus der württembergischen Universität Tübingen. Heute bilden etwa 70 zahlende CVer aus den verschiedensten Korporationen den Kern des nach wie vor sehr aktiven Zirkels.

Das 110-jährige Jubiläum feierte der Zirkel am 19. und 20. Oktober 2002. Am Samstagnachmittag fand sich vor dem historischen Ravensburger Rathaus eine stattliche Corona ein, und der Historiker Alfred Lutz führte die Gäste durch die Geschichte der ehemals freien Reichsstadt. Am Sonntag stand der Festgottesdienst in der alten Kirche in Oberzell auf dem Programm, den Weihbischof em. Cbr Franz Josef Kuhnle (ChT) mit dem Zirkel feierte. Anschließend war der Zirkel Gast des Bischofs bei einem Stehempfang im Gemeindesaal.

Zur festlichen Abendveranstaltung im Höhenrestaurant Veitsburg hieß der Zirkelvorsitzende Cbr Norbert Kopfsguter (Hr) die Festgäste willkommen. Die Festansprache hielt der frühere Oberbürgermeister Karl Wäschle zum Thema „Sechs Jahrzehnte Ravensburg — erlebte Zeitgeschichte“. Der 79-Jährige verstand es, in einem spannenden Abriss die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren zu lassen, die eng mit der Zirkelgeschichte verknüpft waren. In den vergangenen 110 Jahren stellte der Zirkel vier Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister in Ravensburg, und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens waren oder sind Zirkelmitglieder. Nach der Festrede stärkte sich die Festcorona mit einem vorzüglichen Diner und ließ den Abend in fröhlicher geselliger Runde ausklingen. Die reiche Zirkelgeschichte war auch Anlass für eine 70-seitige Festschrift, die das eigens zum Jubiläum entworfene Logo des Zirkels ziert.

Sigmaringen: ein Jahrhundert am Donautal

Der CV-Zirkel Sigmaringen feierte am 12. Mai 2019 sein hundertjähriges Jubiläum. Gegründet wurde der Zirkel 1919. Zum 100. Stiftungsfest trafen sich die Mitglieder mit Gästen aus dem Gauverband, und der Festkommers stand im Zeichen der Verwurzelung des Zirkels in der Stadt und im Donautal.

Coronabedingt etwas verspätet hat sich der Zirkel im Nachgang zum Jubiläum noch zwei kleine Geschenke gemacht. Am Stammlokal, der „Traube“ in Sigmaringen, haben der Zirkelvorsitzende Cbr Dirk Gaerte (Ho) und der Ehrenvorsitzende Cbr Anton Kirsch (ChT) eine Plakette des Zirkels angebracht. Und für die monatlichen Zusammentreffen hat Zirkelmitglied Cbr Fabian Wiest (Sch) einen Zirkel-Jubiläums-Wimpel kreiert und produziert.

Friedrichshafen: die Bodenseekneipen

Der CV-Zirkel Friedrichshafen wurde 1976 gegründet und prägte mit den sogenannten Bodenseekneipen ein Format, das weit über die Stadt hinausstrahlte. Eingeladen waren jeweils die Ortszirkel des Gauverbands, der KV-Zirkel Bodensee und der Bund Neudeutschland, ein Zusammenschluss katholischer Akademiker aus dem deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr wurden für den CV geeignete Abiturienten angeschrieben.

Die Initiative ging zurück auf den Inhaber der Löwenapotheke, Hans-Peter Eble. Er fand in der Stadt kein CV-Leben mehr, während sein Vater die alten Kontakte vermisst hatte. Nach vielen Gesprächen mit Cbr Fritz-Peter Rau (ChT) schickte er am 18. Mai 1976 an alle CVer in Friedrichshafen und Tettnang den Brief, der im Zirkel bis heute unter der Bezeichnung „Stellungsbefehl“ bekannt ist. Beim Seehasenfest 1976 fanden sich die Mitglieder erstmals zusammen.

Der Zirkel war von Anfang an kein herkömmlicher Altherrenverein, sondern ein Angebot für die ganze Familie. Die Wanderungen und das anschließende Einkehren in einer Gastwirtschaft gingen mit den Kindern und endeten mit deftiger Bewirtung. Beim Stammtisch war stets ein Vortrag eingeplant, auf diesem Weg wurden die Prinzipien Amicitia und Scientia mit Leben gefüllt. Der erste Stammtisch mit Thema fand im Juni 1981 statt. Cbr Prof. Dr. Hans-Ulrich Rudolf (ChT) aus Weingarten zeigte einen von Studenten gedrehten Film über heimische Künstler im Atelier. Auch die Mitglieder brachten sich ein, als Referenten, Wanderführer oder Organisatoren. Den Zirkelvorsitz übernahmen über die Jahrzehnte Zirkelmitglieder, und heute führt ihn Cbr Karl Zimmermann (NdP). Der Tod von Walter Hirn überschattete 1981 das Zirkelleben, und der Tod blieb über die folgenden Jahrzehnte ein Begleiter. Die Toten des Zirkels sind unvergessen.

Aus den ersten Jahren wuchs ein breites Zirkelleben. Über die Jahrzehnte kamen rund 475 Stammtische zusammen, lange mit Referenten ausschließlich aus den eigenen Reihen. Heute trifft man sich im „Rebstock“. Hinzu kamen 132 Besichtigungen, regelmäßige Wanderungen und ab 1980 insgesamt 37 Zirkelreisen. Die Organisation lag über Jahre in den Händen von Marie-Luise und Cbr Ernst Kobel (Wf). Er wurde 1913 in Myslowitz/Oberschlesien geboren und 1933 bei der KDStV Winfridia rezipiert, und bis zu seinem Tod am 1. Oktober 2005 gehörte er mit seiner Ehefrau zu den aktivsten Mitgliedern des Zirkels. Seine Verbindung ehrte ihn mit dem Pro-Meritis-Band. Die Reisen führten später Cbr Eberhard Sauter (Ae) und Cbr Herbert Thum (TsM) weiter. Ab 2002 kam ein CV-Italienischkurs an der Volkshochschule hinzu, der nach 23 Jahren aufgelöst wurde, weil es nicht mehr ausreichend Teilnehmer gab.

In der Aktion „CV zu Fuß“ wanderte der Zirkel in Couleur zu besonderen CV-Ereignissen. 1988 legten sieben Alte Herren — Karl-Eugen Mai (ArH), Konrad Metzen (Ber), Fritz-Peter Rau (ChT), Ulrich Sauter (Gu), Herbert Thum (TsM), Martin Wieger (NbB) und Volker Zimmer (ChT) — rund 180 Kilometer von Friedrichshafen zum Festkommers der 102. Cartellversammlung in Freiburg zurück. 1989 waren es acht — Wilhelm Beiter (BvBo), Konrad Metzen (Ber), Fritz-Peter Rau (ChT), Eberhard Sauter (Ae), Ulrich Sauter (Gu), Rainer Schickel (FcC), Herbert Thum (TsM) und Martin Wieger (NbB) — die in sieben Tagesetappen rund 200 Kilometer vom Bodensee zum Ammersee über Lindau, Kempten, Schongau und Weilheim bewältigten. Cbr Frieder Lau (Ho) steuerte auf den Reisen passende Musik bei und unternahm über 20-mal die Opernfahrt nach Ulm.

Die Bodenseekneipen trugen das Zirkelleben in die Verbundenen. Die 6. Bodenseekneipe am 11. und 12. Juni 1988 schlug die KDStV Nordgau-Prag (Stuttgart). Nach der Bootsfahrt auf dem Bodensee feierte der Zirkel am Sonntag einen vom CV gestalteten Gottesdienst in einer Barockkapelle im Bodensee-Hinterland. Zelebriert wurde von Cbr Msgr. Robert Mayer (Gu), und an der Orgel spielte Cbr Martin Wieger (NbB). Auf dem Bauernhof von Cbr Gebhard Roth (NdP) folgte ein Frühschoppen, bei dem rund 100 CVer und Familienangehörige bis in die Abendstunden blieben. Die 8. Bodenseekneipe am 7. und 8. Juli 1990 schlug die KDStV Fredericia. CVer aus Bamberg, die Guestfalen und Cherusker aus Tübingen sowie die Tuiskonen aus München waren gekommen, dazu die KDStV Nordgau-Prag (Stuttgart) und über den Bodensee die Aktiven der KDStV Bodensee. Nach der Kneipe im Gemeindesaal von St. Maria feierte die Gruppe am Sonntag die Messe im Theresienheim. Über die jährliche Einladung geeigneter Abiturienten waren so in den Jahren einige junge Männer zum CV gekommen.

Zum 40-jährigen Bestehen 2016 gab es ein richtig großes Fest. Eine Schifffahrt nach Wasserburg mit Cbr Philipp Fuhrmann (Oe-D) und seinem Salonorchester, eine gefüllte Kirche und die Festrede von Cbr Erwin Teufel (ChT). Am 22. August 2026 feierte der Zirkel sein 50-jähriges Bestehen in Seefelden am Bodensee. Dank der Gastfreundschaft von Cbr Pfarrer Wilhelm Wahl (Gu) tagte die Festgemeinde unter den alten Obstbäumen seines Pfarrgartens. Dort las Irmingard Rau den Rückblick „50 Jahre CV-Zirkel Friedrichshafen“ vor und umriss die Historie des Zirkels von der Gründung bis heute.

Die Angaben zur Geschichte des CV-Zirkels Friedrichshafen beruhen auf dem Rückblick „50 Jahre CV-Zirkel Friedrichshafen — Ein kleiner Rückblick“ von Irmingard Rau (2026), vorgelesen beim 50. Jubiläum am 22. August 2026. Der vollständige Rückblick ist als Artikel abrufbar: 50 Jahre CV-Zirkel Friedrichshafen — Ein kleiner Rückblick .

Ulm / Neu-Ulm: der Zirkel und die Suebo-Danubia

Der CV-Altherrenzirkel Ulm/Neu-Ulm gründete am 20. Juni 1973 die AV Suebo-Danubia und ist seitdem untrennbar mit der Verbindung verflochten. Ein eigenes Haus bekam die junge Verbindung erst 2008. Der Wohnheimverein (WHV) kaufte auf dem Ulmer Michelsberg ein allein stehendes Haus an der Frauensteige 3, nachdem sich die Verbindung lange mit provisorischen Unterkünften begnügen musste.

Beim Begrüßungsabend des Stiftungsfestes konnte der WHV-Vorsitzende Cbr Dr. Wolfgang Walter (Sb-D) zum ersten Mal — zunächst noch inoffiziell — den Fahnenmast in Betrieb nehmen, den der CV-Zirkel Ulm/Neu-Ulm gespendet hatte. Die schwarz-weiß-goldene Fahne „flatterte stolz im blauen Ulmer Abendhimmel“. Gemeinsam mit dem Altherrensenior Cbr Johannes Kleber (Sb-D) nahm Walter das Hausschild mit einem großen Verbindungswappen entgegen, „auch dies eine Spende“. Unter den Gästen war die baden-württembergische Sozialministerin Dr. Monika Stolz, Ulmer Landtagsabgeordnete und Ehefrau des Bundesbruders Cbr Hans Stolz (ChT). In Anspielung auf das zuvor gesungene Kirchenlied meinte Kleber: „Wir haben ein Haus voll Glorie“. Er dankte dem WHV-Vorsitzenden Walter, der in selbstloser Weise die Umbauarbeiten geleitet hatte, ebenso dem 2. Vorsitzenden Dr. Michael Lang und dem Kassierer Norbert Boxnick.

Schon der Festkommers war mit rund 70 Teilnehmern gut besucht, und Jakob Maldonado-Hünig (Sb-D) hielt die Festrede über „Erfolg und Glück — wie ist das vereinbar?“. Bei der offiziellen Einweihung zogen nach einem Gottesdienst in der nahen Kirche St. Georg zahlreiche Bundes- und Cartellbrüder mit ihren Familien hinter den Chargierten zum neuen Haus. Den kirchlichen Segen für Haus und Bewohner erteilte Pater Gilbert Kraus o.praem. (Sb-D) vom Kloster Roggenburg, der die Verbindung seit einiger Zeit als geistlicher Begleiter bereichert hatte. „Friede diesem Haus“ gab er allen mit auf den Weg. Die Fürbitten sprach Pfarrer Cbr Dieter Omonsky (Gu). Danach wurde die Verbindungsfahne auch offiziell gehisst. Bei einem Weißwurstfrühstück saßen die Suebo-Danuben dann noch lange zusammen in Garten und Kneipsaal und erprobten die neuen Möglichkeiten.

Konstanz: der Zirkel am Bodenseeufer

Der CV-Zirkel Konstanz ist der Zusammenschluss der in Konstanz, Allensbach, auf der Reichenau und der Mainau sowie in den Regionen Kreuzlingen, Frauenfeld, Weinfelden, Amriswil, Romanshorn und St. Gallen wohnenden Cartellbrüder. Er versteht sich als Zirkel für alle CVer im Raum Konstanz. Aktive und Alte Herren sind hier gleichberechtigte Mitglieder, nicht ausschließlich ein Altherrenverband. Der Zirkel ist Mitglied des Gauverbands Bodensee-Oberschwaben.

Zu einem monatlichen Stammtisch treffen sich die Cartellbrüder in Konstanz seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Lange hatte das Stammlokal im „Barbarossa“ am Obermarkt. Das Gründungsdatum des Zirkels lässt sich anhand von Schriftquellen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückführen. Möglicherweise geht er auf den ältesten Zirkel des Gauverbands, den CV-Zirkel Ravensburg, zurück.

Die KDStV Bodensee, 1974 in Konstanz gegründet, verband den Zirkel mit dem aktiven Verbindungsleben am See. 1988 und 1990 kamen Aktive der Verbindung mit Abordnungen auf die Bodenseekneipen nach Friedrichshafen. Über Jahrzehnte prägte Cbr Winfrid Müller (Fd) das CV-Leben am Bodensee. In den 1970er-Jahren verfasste er Beiträge für die CV-Verbandszeitschrift, und 1984 übernahm er das Amt des Philisterseniors der KDStV Bodensee nach Cbr Josef Nauerz. Zu seinem 60. Geburtstag am 3. Februar 1990 schlug die KDStV Bodensee gemeinsam mit den Ur- und Bandverbindungen des Jubilars einen Kommers im Haus zum Hl. Stefan in Konstanz. Neben den Bodensee-Chargierten präsidierten in ungewöhnlich bunter und farbenfroher Reihung die Vertreter der KDStV Ferdinandea-Prag zu Heidelberg und der KDStV Vandalla-Prag zu München. Die Kommersrede hielt Hans Schwerteck (Va), und der Philistersenior der KDStV Elbmark-Tetschen-Liebwerd zu Duisburg hatte das wohl originellste Geschenk im Gepäck. Einen ausgestopften Fuchs, den das Geburtstagskind an die Bodensee-Fuchsla weiterreichte.

An der Spitze des Zirkels standen: Cbr Prof. Dr. Karl Oréans (ca. 1930), Cbr Dr. Franz Häfele (ca. 1935–1954), Cbr Albert Häßler (1954–1966), Cbr Dr. Ludwig Fuchs (1966–1970), Cbr Winfrid Müller (1970–1974), Cbr Prof. Dr. Franz Stetter (ChT, 1974–1975), Cbr Prof. Walter Riedlinger (1975–1977), Cbr Karl Dreher (NdP, 1977–1981), Cbr Hubert Henning (Sch, 1981–1988), Cbr Dr. Manfred Kaspar (F-Rt, 1988–2008), Cbr Prof. Dr. Christoph Wagener (Na, 2008–2016) — und seit 2017 Cbr Michael Gabel (Cpf), Cbr Dr. Georg Stippler (ChW) und Cbr Prof. Dr. Christoph Wagener (Na). Auch Cbr Josef Nauerz (Sch) war lange Zeit Vorsitzender des Zirkels.

Biberach und Singen: Belege aus Listen und Lebensbildern

Biberach. Auf der Spendenliste der CV-Afrika-Hilfe ist der Zirkel für das Jahr 1978 mit einer Zahlung per Postcheck vom 2. Juni über 400 Mark verzeichnet. Der Eintrag belegt die Mitgliedschaft des Zirkels in der überregionalen Spendenarbeit des Cartellverbands.

Singen. In einem Lebensbild aus den 1980er-Jahren wird der Reg.-Dir. i. R. Cbr Wilhelm Wiesner (F-Rt) porträtiert, 1913 in Würzburg geboren und 1933 bei der KDStV Franco-Raetia zu Würzburg rezipiert. Nach dem juristischen Studium diente Wiesner der Regierung von Unterfranken und blieb dort bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1978 tätig. Weil der 70. Geburtstag auf einen Karfreitag fiel, wurde er am Ostersonntag gefeiert. Das Lebensbild nennt den Jubilar „reges Mitglied des Singener CV-Zirkels“. An der Gründung der KDStV Bodensee in Konstanz hatte Wiesner bereits Anteil genommen. Der Zirkel war zu dieser Zeit ein fester Ort der verbandlichen Zugehörigkeit.

Ehingen: der Zirkel und die Aho-Suevia

In den Spendenlisten der frühen 1970er-Jahre erscheint der Zirkel zunächst unter dem Namen „AH-Zirkel Ehingen“, bald darauf als „AH-Zirkel Ehingen 'Donau“. In der Liste von 1976 trägt er bereits die spätere Form „CV-Zirkel Ehingen/Donau“. So zeichnet sich die Namensentwicklung des Zirkels hin zur heute gebräuchlichen Bezeichnung ab.

Aus dem Zirkel ging auch eine der wenigen katholischen Schülerverbindungen des Cartellverbands hervor. Am 20. Mai 1977 gründete der CV-Altherrenzirkel Ehingen die Schülerverbindung Aho-Suevia. Im selben Monat schlug die KDStV Wildenstein zu Freiburg den Gründungskommers gemeinsam mit der jungen Verbindung, und auf Beschluss ihres Burschenconvents übernahm die Wildenstein die Patenschaft für die Aho-Suevia. Chargierte waren gekommen von der Hasso-Rhenania Glessen, der Cheruskia Tübingen, der Bodensee Konstanz, der Suebo-Danubia Ulm und der Welfia Weingarten. Finanzielle und teilweise auch personelle Unterstützung stellte der CV-Altherrenzirkel Ehingen selbst zur Verfügung. Die Festrede von Cbr Pellens aus Weingarten machte die jungen Burschen gleich mit den Prinzipien des CV vertraut, und Cbr Müller als Vertreter des CV-Rates verlas die Erklärung des Rates, der die benachbarten CV-Verbindungen und Altherrenzirkel ermutigte, eine solche Initiative nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen.

Die Aho-Suevia war eine von drei solchen Verbindungen, die im CV in den Jahren 1977 und 1978 gegründet wurden — neben der Gymnasialverbindung Hohentwiel in Radolfzell am Bodensee und der Gaudeamus in Mühlheim/Ruhr. Schon Anfang 1978 war die Ehinger Verbindung auf 25 Mitglieder angewachsen, und bis 1982 waren aus ihr ein gutes Dutzend CVer hervorgegangen. 1981 feierte die Aho-Suevia in Ehingen ihr 5. Gründungsstiftungsfest gemeinsam mit der KDStV Nordgau-Prag und der KOHV Nordgau-Wien.

Die Aktiven der Schülerverbindung wirkten auch über das Verbindungshaus hinaus. Anlässlich des 75. Geburtstages des Fürsten von Liechtenstein wanderten sie mit der Nordgau-Prag den Fürstensteig. Zum selben Jubiläum ersetzten sie die laufende Ausgabe der Ehinger Schülerzeitung „Vulkan“ kurzerhand durch eine eigene, 48 Seiten starke Ausnahmenummer, die binnen sieben Minuten ausverkauft war. Eine lückenlose Kartierung sämtlicher Flur- und Glockenkreuze im Landkreis übertrugen die Aktiven auf eine Karte im Maßstab 1:25000, und das Werk mit Beschreibungen, Fotografien und der Geschichte der Kreuze ging an die Ehinger Museumsgesellschaft. Für die CV-Afrika-Hilfe sammelten die jungen Burschen in voller Couleur auf den Straßen der Stadt.

Nordgau-Prag und Der Hohentwiel: Verbindungen im Blickfeld des Gauverbands

Nordgau-Prag. Die KDStV Nordgau-Prag (Stuttgart) zu Koblenz (NdP) hat ihren Ursprung in Wien. Dort wurde 1900 aus der Austria-Wien heraus die KÖHV Nordgau-Wien gegründet — für Studierende aus den „nördlichen Gauen“ der Donaumonarchie. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Habsburgermonarchie gehörten die Herkunftsgebiete der Mitglieder nicht mehr zu Österreich. Die neuen Grenzen schnitten die Nordgauer von Wien ab. Am 24. Juli 1921 gründeten sie an der deutschen Karls-Universität in Prag die Tochterverbindung Nordgau-Prag — im Heimatgebiet der Verbindungsmitglieder.

Die 1886 in Prag gegründete KDStV Ferdinandea (Prag, Bamberg) zu Heidelberg leistete tatkräftige Unterstützung. Sie stellte die Gründungsburschen und zeichnete für die dritte Farbe im Band der jungen Verbindung verantwortlich. 1922 wurde Nordgau-Prag in den CV aufgenommen. Die Patenschaft übernahm die KDStV Winfridia zu Breslau, die heute in Münster wirkt.

Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen 1938 wurde die Verbindung in Prag zwangsaufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich einige Nordgauer im Schwabenland wieder und betrieben die Reaktivierung an der Technischen Hochschule Stuttgart. Am 13. Mai 1950 wurde die Verbindung als KDStV Nordgau-Prag zu Stuttgart wiederbegründet. Die KDStV Der Hohentwiel zu Stuttgart unterstützte die Reaktivierung aktiv und stellte vier Burschen.

Von 1957 bis zu seinem Tode 1989 übernahm Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein die Schirmherrschaft für den Stuttgarter Nordgau. 1988 schlug die Verbindung die 6. Bodenseekneipe des CV-Zirkels Friedrichshafen. 1991 feierten rund 200 Nordgauer im Stuttgarter Kolpinghaus das 40. Wiedergründungsjubiläum — mit ebenso vielen Angehörigen der „Mutter“-Verbindung Nordgau-Wien und der KDStV Der Hohentwiel. Ende der 1990er-Jahre musste der Aktivenbetrieb in Stuttgart wegen Nachwuchsmangels eingestellt werden. Im Sommersemester 2003 wurde die Verbindung in Koblenz wiederbegründet — unter tatkräftiger Mithilfe des Altherrenzirkels Confluentia. Dort wirkt sie bis heute.

Der Hohentwiel. Die KDStV Der Hohentwiel zu Stuttgart wurde 1924 als Tochterverbindung der AV Alania gegründet. Sie war eine der vier ortsansässigen CV-Verbindungen in Stuttgart — neben Alania, Carolingia und Nordgau-Prag — und stellte 1950 vier Burschen für die Reaktivierung der Nordgau-Prag. Seit den späten 1970er-Jahren kämpfte die Verbindung mit erheblichem Nachwuchsmangel. 1994 präsidierte die just rekonstruierte Verbindung dem Aulendorfer Dreikönigskommers. Am 15. März 1997 beschloss die Verbindung mit 90 Prozent der Stimmen, sich aufzulösen und zur „Mutter“ Alania zurückzukehren. Der Fusionskommers fand am 25. April 1997 statt.

Den Namen der Stuttgarter Verbindung trug auch die Gymnasialverbindung Hohentwiel in Radolfzell am Bodensee. Die Schülerverbindung wurde am 16. Dezember 1977 mit Unterstützung des CV-Zirkels Singen gegründet, und ihr Stiftungsfest fand im Juni 1978 gemeinsam mit dem Stiftungsfest der KDStV Der Hohentwiel zu Stuttgart statt. Später gab die Radolfzeller Verbindung ihre CV-Orientierung auf und schloss sich dem Verband alter Corpsstudenten an.

Diese Zusammenfassung beruht auf den Berichten der CV-Verbandszeitschrift ACADEMIA; zum CV-Zirkel Friedrichshafen zusätzlich auf dem Rückblick „50 Jahre CV-Zirkel Friedrichshafen — Ein kleiner Rückblick“ von Irmingard Rau (2026), vorgelesen beim 50. Jubiläum am 22. August 2026.

Zurück zu den Zirkeln